Sichtbar sein bedeutet mehr als gesehen werden

Fühlst du dich gesehen?

Von anderen gesehen, wahrgenommen und in dem erkannt, was dich als Mensch ausmacht?

Was bedeutet es eigentlich, sichtbar zu sein?

Wenn wir über Sichtbarkeit sprechen, denken viele zunächst an Öffentlichkeit, Präsenz oder Erfolg. Sichtbar zu sein bedeutet dann, sich zu zeigen, die eigene Stimme zu erheben und von anderen wahrgenommen zu werden.

Doch Sichtbarkeit beginnt an einem ganz anderen Ort: bei uns selbst.

Denn wie können wir uns zeigen, wenn wir selbst kaum noch wissen, was uns ausmacht? Wenn wir unsere Stärken kleinreden, unsere Meinung zurückhalten oder uns daran orientieren, was andere von uns erwarten?

Gesehen werden und sich zeigen

Vielleicht kennst du Situationen, in denen du dir wünschst, mehr gesehen zu werden. In deiner Partnerschaft, im Beruf oder in deinem Umfeld.

Vielleicht wünschst du dir, dass andere deine Leistung wahrnehmen, deine Meinung hören oder erkennen, was in dir steckt.

Gleichzeitig kann es uns schwerfallen, selbst sichtbar zu werden.

Gerade Frauen haben häufig gelernt, Rücksicht zu nehmen, sich anzupassen und die Bedürfnisse anderer mitzudenken. Wir stellen uns vielleicht nicht gerne in den Mittelpunkt, wollen nicht zu viel Raum einnehmen oder haben gelernt, unsere Fähigkeiten eher zurückhaltend zu zeigen.

Das kann dazu führen, dass wir uns selbst kleiner machen, als wir eigentlich sind.

Was bedeutet es, sichtbar zu sein?

Sichtbar zu sein bedeutet nicht, laut zu sein oder ständig im Mittelpunkt stehen zu müssen.

Es kann bedeuten, die eigene Meinung auszusprechen, eine Grenze zu setzen oder zu den eigenen Entscheidungen zu stehen. Es kann bedeuten, die eigenen Fähigkeiten anzuerkennen und sich zu erlauben, Raum einzunehmen.

Aber Sichtbarkeit bedeutet auch, sich mit den Seiten zu zeigen, die nicht perfekt sind. Mit Unsicherheit, Fragen und Entwicklung.

Sichtbarkeit bedeutet, immer mehr zu dem zu stehen, wer du bist.

Sichtbarkeit beginnt bei uns selbst

In meiner Arbeit als Trainerin für Persönlichkeitsentwicklung erlebe ich immer wieder, wie wichtig es ist, sich selbst wahrzunehmen und ernst zu nehmen.

Denn wenn wir uns selbst nicht zugestehen, Raum einzunehmen, fällt es auch schwer, ihn nach außen einzufordern.

Sichtbarkeit hat deshalb für mich weniger damit zu tun, wie viele Menschen uns sehen. Vielmehr geht es um die Frage, ob wir uns selbst erlauben, gesehen zu werden. Mit unserer Persönlichkeit. Mit unseren Stärken. Mit unserer Meinung. Mit dem, was uns wichtig ist.

Vielleicht beginnt Sichtbarkeit deshalb nicht mit der Frage:

„Wie kann ich sichtbarer werden?“

Sondern mit einer anderen:

„Wo halte ich mich selbst noch zurück?“